Kann Arbeit richtig glücklich machen? Teil 2: Detailliebe

Glück

Heute geht es weiter mit meiner Reihe über Menschen, die sich mit ihrer Arbeit Träume erfüllen. In diesem Teil erzählt Mel vom Blog Detailliebe, wie sie Festanstellung und Selbstständigkeit kombiniert und was Glück für sie bedeutet.

Liebe Melanie, erzähl doch mal, was du alles so machst!

Angefangen hat alles vor neun Jahren mit meiner Ausbildung zur Physiotherapeutin. Nach der Ausbildung und frisch im Beruf habe ich sehr schnell gemerkt, dass dies kein Job ist, den ich bis zu meinem Lebensende machen möchte. Also habe ich nach meinem (nebenberuflichem) Bachelorabschluss angefangen, parallel die Osteopathie- und die Heilpraktikerausbildung zu machen. Damit bin ich seit einem Jahr fertig und arbeite nun als angestellte Osteopathin in einer Praxis. Außerdem hänge ich aktuell noch die 2,5jährige Ausbildung zur Kinder- und Säuglingsosteopathin dran. Neben diesem Job bin ich als Food- und Hochzeitsfotografin selbstständig und mittlerweile sogar Buchautorin eines Backbuchs.

Kannst du dich noch an den Moment erinnern, an dem dir klar wurde, dass du neben deinem Job auch selbstständig sein möchtest? Wann war das?

Mir war sehr früh, sogar vor meiner Ausbildung schon, klar, dass ich irgendwann einmal selbstständig arbeiten würde. Dass mein Vater seit über 30 Jahren selbstständig ist und meine Eltern ihre eigene Firma hatten, hat mich in dem Bereich sehr geprägt. Nur das Wann und Wie war mir damals noch nicht so ganz klar ;). Dass ich irgendwann einmal als Fotografin selbstständig sein würde, hätte ich selber allerdings auch nicht gedacht. Aus einem anfangs als Hobby betriebenen Foodblog ist mittlerweile über die Jahre ein Gewerbe und mein zweites Standbein geworden.

Du hast dieses Jahr sogar ein Backbuch geschrieben, das vor Kurzem erschienen ist. Herzlichen Glückwunsch, das ist ja total aufregend! Magst du ein bisschen darüber erzählen? Wie war das Schreiben so?

Dankeschön! Ja das stimmt, ich war vor dem Erscheinen auch schon ganz aufgeregt. Durch meinen Foodblog entstand irgendwann dieser Traum von einem eigenen Buch. Lange hatte ich diesen Gedanken immer wieder im Hinterkopf und letztes Jahr habe ich mich dann einfach getraut und meine Idee an ein paar Verlage geschickt. Ich bin so happy, dass ich mit dem Edition Michael Fischer Verlag zusammen meinen Traum verwirklichen kann. Insgesamt hat das Projekt Backbuch von der ersten Mail bis zur Veröffentlichung 6 Monate Zeit in Anspruch genommen. Ich hatte zum Glück vollkommen freie Hand bei der Umsetzung, konnte alle Rezepte, Ideen und Konzepte so umsetzen, wie ich sie haben wollte. Unsere Nachbarn haben sich gefreut, sich durch 50 Kuchen probieren zu dürfen und mein Freund Elle hat zusammen mit mir alle Fotos für das Buch produziert. Es war eine spannende, manchmal auch anstrengende (manche Kuchen mussten dreimal gebacken werden, bis sie so waren, wie ich sie mir vorgestellt hatte), aber insgesamt tolle Zeit, die wir gemeinsam an dem Projekt gearbeitet haben. Umso mehr freue ich mich, das in einem halben Jahr nun sogar schon mein zweites Buch erscheinen wird, an dem ich gerade fleißig arbeite. Dieses Mal aber ein Dessertbuch (meine zweite Leidenschaft neben leckeren Kuchen), denn von Kuchen habe ich für die nächsten Monate erst mal genug genascht ;).

Wie sieht für dich der perfekte Tag aus?

Ein perfekter Tag sieht für mich so aus: An meinen praxisfreien Tagen stehe ich morgens zwischen 8 und 9 Uhr (definitiv einer der Vorteile der Selbstständigkeit) auf und drehe als erstes eine kleine Runde mit unserem Hund durch den Garten, sammel frische Eier von unseren Hühnern ein und starte ganz entspannt mit einem leckeren Frühstück und Blick in den Garten in den Tag. Danach werden Mails beantwortet, Konzepte geschrieben, Beiträge verfasst. Am schönsten sind die Tage, wenn Elle auch zuhause ist und wir gemeinsam die Fotoprojekte umsetzen können. Wir sitzen dann gemütlich am PC, futtern Pizza und bearbeiten Bilder. Noch ein gemeinsamer Besuch auf dem Wochenmarkt und ich brauche nicht viel mehr um einen perfekten Tag zu haben.

Und wie oft hast du solche Tage?

Natürlich gibt es auch Phasen, in denen die Welt anders aussieht, Termindruck besteht oder wir in Arbeit versinken, aber eigentlich sieht seit einem Jahr der größte Teil meiner Zeit genau so aus wie oben beschrieben und ich liebe es. Die acht Jahre davor waren ziemlich hart, aber ich hatte immer genau mein Ziel vor Augen und bin so unendlich dankbar und froh, es geschafft zu haben!

Würdest du mit deinem Wissen von heute deinen Weg genauso gehen oder würdest du etwas anders machen?

Ich glaube, dass das alles so, wie es gekommen ist, schon zu etwas gut gewesen ist. Lediglich den Bachelor für Physiotherapie würde ich kein zweites Mal machen, aber hinterher ist man immer schlauer ;). Insgesamt hat alles dazu beigetragen, dass ich heute an dem Punkt angekommen bin, an dem ich sein wollte.

Möchtest du eigentlich am liebsten komplett selbstständig sein oder gefällt dir die Kombination aus Bloggen und deinem Job?

Definitiv nein. Ich liebe die Kombination aus meiner Selbstständigkeit, dass ich mir den größten Teil meiner Arbeitszeit frei und selbstbestimmt einteilen kann und der Freude und finanziellen Absicherung, die mir mein Job als Angestellte bringt. Würde ich eines von beiden aufgeben, wäre ich nicht mehr so frei in meinen Entscheidungen, wie ich es jetzt bin.

Was gefällt dir denn an deinem Job am besten?

An meinem Job als Osteopathin liebe ich besonders die Arbeit mit den Kindern und Säuglingen. Das war schon ganz früh immer mein Traum und macht mir wirklich viel Freude. An meinem Job als selbstständige Fotografin liebe ich die Kreativität, die vielen unterschiedlichen Möglichkeiten, arbeiten zu können, die ständige Abwechslung, keine Langeweile zu bekommen, immer neu gefordert zu werden und mir meinen Tag ganz nach Lust und Laune selbst einteilen zu können. Mittagspause im eigenen Garten ist schon was Feines.

Hast du Lust, ein bisschen von deinen Plänen für die Zukunft zu erzählen? Wovon träumst du?

Das mache ich gerne. Nächstes Jahr werden wir uns unseren gemeinsamen größten Traum erfüllen, der uns nun schon seit einigen Jahren beschäftigt: unser Umzug raus aufs Land und der Bau unseres Schwedenhäuschens. Wir können es gar nicht mehr abwarten, endlich loszulegen. Am meisten freue ich mich dort auf meine absolute Traumküche und darauf, endlich in einem Büro mit Blick in den Garten arbeiten zu können. Mit viel Ruhe, Natur, Garten und unseren Tieren drum herum. Von zwei Minischweinen träume ich nämlich auch schon seit einiger Zeit ;). Ansonsten freuen wir uns auf die Hochzeitssaison, die im Mai wieder losgehen wird, auf das zweite Buch und viele neue und spannende Projekte.

Und zu guter Letzt wird es sehr persönlich: Bist du glücklich?

Ja, das bin ich. Ich möchte gerade nichts ändern wollen. Nur im Schwedenhaus, da werden wir noch eine Portion glücklicher sein ☺.


Danke, dass du dir die Zeit genommen hast, liebe Melanie!

Den Blog Detailliebe findet ihr hier, und zum Backbuch geht es hier. Zu Melanies neuem Dessertbuch geht es hier.

Und den ersten Teil der Reihe „Kann Arbeit richtig glücklich machen?“ gibt es hier.

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